Am Bildschirm sieht der neue Flyer perfekt aus – und dann kommt er mit einem weißen Rand, blassen Farben oder unscharfen Fotos aus der Druckerei. Fast immer liegt das nicht an der Druckerei, sondern an den Druckdaten. Denn Druck folgt anderen Regeln als der Bildschirm.
Die gute Nachricht: Mit einigen Grundregeln lassen sich die häufigsten Fehler sicher vermeiden. Dieser Beitrag fasst sie zusammen – als Checkliste für Flyer, Broschüren, Visitenkarten und Plakate. Wie Website und Drucksachen gestalterisch zusammenpassen, lesen Sie im Beitrag Print und digital einheitlich gestalten.
Beschnitt: der häufigste Fehler
Gedruckt wird nicht im Endformat, sondern auf größeren Bögen, die anschließend zugeschnitten werden. Dabei entstehen kleine Toleranzen. Reichen Farbflächen oder Bilder nur exakt bis zur Kante, bleibt nach dem Schneiden oft ein feiner weißer Streifen stehen, der sogenannte Blitzer.
Deshalb werden randabfallende Elemente über das Endformat hinaus angelegt, meist um 3 mm an jeder Seite. Ein Flyer im Format DIN A5 (148 × 210 mm) wird also als 154 × 216 mm großes Dokument angelegt. Manche Druckereien verlangen 2 oder 5 mm – maßgeblich ist immer das Datenblatt Ihrer Druckerei.
Sicherheitsabstand für Texte und Logos
Was beim Schneiden auf keinen Fall verloren gehen darf – Texte, Logos, Telefonnummern –, gehört mit Abstand zur Schnittkante ins Layout. Üblich sind mindestens 3 bis 5 mm nach innen. Bei geklammerten Broschüren und gefalzten Flyern darf es etwas mehr sein, damit nichts im Falz verschwindet.
Farben: CMYK statt RGB
Bildschirme mischen Farben aus Licht in Rot, Grün und Blau (RGB). Gedruckt wird dagegen mit den vier Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Viele leuchtende Bildschirmfarben lassen sich im Druck nicht exakt erreichen. Werden RGB-Daten ungeprüft gedruckt, wirken Farben oft blasser oder verschoben.
- Legen Sie Druckdaten in CMYK an und nutzen Sie das Farbprofil, das Ihre Druckerei für das gewählte Papier angibt – für gestrichenes Papier ein anderes als für Naturpapier.
- Kleine schwarze Texte bestehen nur aus 100 % Schwarz. Aus allen vier Farben gemischt, würden sie bei minimalem Versatz unscharf wirken.
- Große schwarze Flächen dürfen „tiefer“ angelegt werden, also mit Anteilen der anderen Farben – aber innerhalb des Gesamtfarbauftrags, den die Druckerei vorgibt.
- Sonderfarben wie Pantone oder HKS nur verwenden, wenn sie auch tatsächlich als Sonderfarbe gedruckt werden sollen. Sonst vor dem Export in CMYK umwandeln.
Auflösung von Bildern und Grafiken
Ein Foto, das am Bildschirm scharf aussieht, kann im Druck verpixelt wirken. Als Richtwert gilt eine Auflösung von 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße. Ein Bild, das auf dem Flyer 10 cm breit gedruckt wird, braucht also rund 1.200 Pixel Breite. Bilder aus dem Internet oder aus Messengern sind dafür meist zu klein.
Logos und Grafiken sollten möglichst als Vektordatei vorliegen, etwa als PDF, EPS oder SVG. Sie lassen sich ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren und bleiben auch auf einem Plakat gestochen scharf.
Schriften und feine Linien
Alle verwendeten Schriften müssen in die Druck-PDF eingebettet sein – sonst ersetzt der Rechner der Druckerei sie durch eine Standardschrift, und das Layout verrutscht. Sehr dünne Linien unter etwa 0,25 Punkt können im Druck abreißen oder ganz verschwinden. Auch sehr kleine Schriften in hellen Farben auf farbigem Hintergrund sind gedruckt oft schlechter lesbar als am Bildschirm.
Falzflyer und Broschüren
Bei mehrseitigen Drucksachen kommen ein paar Besonderheiten hinzu:
- Wickelfalz-Flyer: Die nach innen gefaltete Seite ist ein paar Millimeter schmaler als die übrigen, damit sie sich sauber einschlagen lässt. Die Druckerei gibt die genauen Maße vor.
- Geklammerte Broschüren: Die Seitenzahl muss durch vier teilbar sein, denn jeder Bogen ergibt vier Seiten.
- Liefern Sie Broschüren als Einzelseiten in der richtigen Reihenfolge an, sofern die Druckerei nichts anderes verlangt – das Ausschießen auf Druckbögen übernimmt sie.
Der richtige PDF-Export
Für den Druck hat sich das Format PDF/X bewährt, meist in der Variante PDF/X-3 oder PDF/X-4. Es stellt sicher, dass Schriften eingebettet, Farben eindeutig definiert und keine für den Druck problematischen Inhalte enthalten sind. Achten Sie beim Export darauf, den Beschnitt mit auszugeben. Schnittmarken brauchen die meisten Onlinedruckereien dagegen nicht – im Zweifel lohnt ein Blick ins Datenblatt.
Vor dem Absenden lohnt sich ein letzter Blick auf die PDF in voller Vergrößerung: Sind alle Bilder scharf, reicht der Hintergrund bis in den Beschnitt, und stehen Texte mit ausreichend Abstand zur Kante?
Checkliste vor dem Druck
Diese Punkte sollten Sie abhaken, bevor die Daten zur Druckerei gehen:
- Endformat und Beschnitt laut Datenblatt der Druckerei angelegt
- Texte und Logos mit Sicherheitsabstand zur Schnittkante
- Farbmodus CMYK mit passendem Farbprofil, kleine Texte in reinem Schwarz
- Bilder mit rund 300 dpi in Druckgröße, Logos als Vektordatei
- Schriften eingebettet, keine Haarlinien
- Seitenzahl und Falzmaße bei Broschüren und Flyern geprüft
- Export als PDF/X mit Beschnitt
- Rechtschreibung, Telefonnummer, Adresse und Website-Adresse ein letztes Mal Korrektur gelesen
Fazit
Sauber angelegte Druckdaten sind kein Hexenwerk, erfordern aber Sorgfalt: Beschnitt, Sicherheitsabstand, CMYK, ausreichende Auflösung und ein korrekter PDF-Export verhindern die meisten bösen Überraschungen. Wenn Sie Ihre Drucksachen lieber in erfahrene Hände geben, gestalten wir sie für Sie und liefern druckfertige Daten – inklusive Prüfung in der Druckvorstufe. Mehr dazu auf unserer Seite zu Printdesign und Printmedien.
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